Mittelständler wollen Ingenieure locken
Initiative KOM veranstaltet erstmals Firmenkontaktmesse am Fachbereich Elektrotechnik/Informatik - von Peter Ketteritzsch
Kassel. Die Nachfrage nach Ingenieuren ist groß. Die Studenten der technischen Disziplinen sind derart begehrt, dass manche bereits vor ihrem Diplom einen Arbeitsvertrag in der Tasche haben. Unter dem Unternehmen, die um die Gunst der Absolventen buhlen, sind viele Weltkonzerne. Die Aushänge an den schwarzen Brettern der Hochschule zeugen davon. Angesichts der Perspektive, bei einem Konzern wie etwa Siemens unterzukommen, haben es mittelständische Unternehmen inzwischen schwer, auf sich aufmerksam zu machen.
Dabei können die Mittelständler jungen Ingenieuren nach der Überzeugung von Klaus Lüders, Geschäftsführer der KH-Automation Projekts GmbH mit Sitz in Fuldabrück, einiges bieten – und zwar nicht nur finanziell. „Sie sind von Anfang an verantwortlich in die Arbeit eingebunden“, sagt Lüders, der selbst Diplom-Ingenieur ist. Außerdem gebe es im Mittelstand gute Karriereaussichten. Um bei den Studierenden der Kasseler Hochschule durchzudringen, geht die Karriere Offensive Mittelstand (KOM) jetzt neue Wege. Die initiative nordhessischer Mittelständler darunter auch die Firma von Klaus Lüders, hat am Fachbereich Elektrotechnik/Informatik erstmals eine Firmenkontaktmesse auf die Beine gestellt. 17 Unternehmen präsentierten sich, darunter renommierte Mittelständler wie stark expandierende Solartechnikhersteller SMA aus Niestetal.
Doch nicht nur die Wirtschaft leidet unter Ingenieurmangel, auch die Kasseler Uni muss nach der Überzeugung von Dekan Prof. Dr. Jürgen Schmid „mächtig werben“, um Ingenieurstudenten nach Kassel zu locken. Dem Nimbus, „dass das Studium eine knochentrockene Angelegenheit ist“, müsse man offensiv mit Informationen begegnen. So müssten die beruflichen Perspektiven für Ingenieure in der Öffentlichkeit besser vermittelt werden. Als erster konkreter Schritt des Fachbereichs „viel attraktiver werden“. Schmid: „Wir müssen die Highlights darstellen.“